20 Jahre. Eine ziemlich lange Zeit.
Als ich heute Morgen daran dachte, dass heute vor 20 Jahren die Mauer in Berlin fiel, realisierte ich: Mein ältester Sohn ist heute ebenso acht Jahre alt, wie ich damals. Die Mauer in Berlin fiel, als ich vor allem mit einem Gedanken beschäftigt war: Was ich wohl zum Geburtstag bekommen würde. Der nämlich stand drei Tage später an.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie dieser Tag war. Nicht mehr, wie meine Eltern reagierten. Unsere Verbindung zum “Westen” waren eh stetig .. eine Schwester meines Vaters lebte in Solingen, einem Ort in dem mein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg seine Lehre absolviert hatte. Sie und ihr Sohn kamen regelmäßig zu Besuch, schickten Pakete und waren auch in den Jahren nach 1989 stete Begleiter.
An was ich mich erinnern kann sind Fernsehschnippsel, Gefühle, Gespräche und die Tatsache, dass mein Vater in den Jahren danach stete Geschäftsbeziehungen in die Region Solingen hielt. Überhaupt meisterte meine Familie die Wende recht gut. Meine Eltern, bereits in der DDR ein Paar von nur sehr wenigen Selbständigen damals, verstand es schlau zu handeln .. Im Rückblick zolle ich ihnen dafür allerhöchsten Respekt. Während sich viele damals Hals über Kopf in den Konsum stürzten handelten sie besonnen und logisch.
20 Jahre sind seit dieser Nacht in Berlin vergangen. Eine ziemlich lange Zeit. Ich werde in wenigen Tagen 29, und wenn ich ehrlich bin: An was ich mich aus dieser Zeit erinnern kann ist die Innenstadt von Naila, die vielen PKWs die meine Eltern in den ersten Jahren hatten (2x Opel Ascona, 2x Peugeot 505, 1x Peugeot 205, ..), meine erste Pizza mit Sardellen (seit dem habe ich keine Sardelle mehr gegessen), David Hasselhoff an der Berliner Mauer, meine Tante die in ihren Heimatort zog und .. Westfernsehen. Ziemlich banal alles, Ich weiß. Aber für einen neunjährigen eigentlich all das coole Zeug eben. Heute verbinde ich mit dieser Nacht bei weitem mehr, das hatte ich gestern ja bereits einmal aufgeschrieben ...
Eintrag vom 09.11.2009
Kategorie: Alltag
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