thomas gigold

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Web|log [auch: Blog], das: Hier finden sich aktuelle Netzfundstücke, Alltägliches und Gedanken zur Welt - seit Januar 2001.

Abschied von Ellen

Vor zwei Jahren bekam mein Vater die Diagnose Krebs. Nicht operabel und im Endstadium.
Er würde sterben, binnen Jahresfrist - so die Ärzte. Heute geht es ihm gut. Der Krebs geht nicht spurlos an ihm vorbei, aber er beweißt, dass Ärzte sich irren. Und ich glaube, das nur aus liebgewonnener Sturheit.

Seit dieser Diagnose allerdings male ich mir aus, wie dieser eine Anruf sein wird. Dieser eine, mit den entscheidenden Worten. Mit dem Wort “tot” im Satz.

Seit heute weiß ich es.

Ich weiß, wie der Anruf klingen wird.
Und ich weiß, was ich sagen werde. .. Nichts ..
Ich weiß, das ich nicht darauf vorbereitet sein werde.
Trotz allem. Ich werde ebenso wenig darauf vorbereitet sein, wie auf den Anruf, den ich heute bekam.

Ich habe drei Kinder. Drei wunderbare, lebensfrohe kleine Zwerge, die ihren Weg durchs Leben gehen sollen. Ich weiß, das ich nicht auf jede Entscheidung, auf jeden Schicksalsschlag und jedes Ereignis vorbereitet bin. Niemand ist das. Aber um eines bete ich regelmäßig - egoistisch oder nicht: Ich will nicht erleben, wie meine Kinder sterben.

Heute Mittag ist meine ältere (Halb-)Schwester Ellen gestorben.
Sie war eine Kämpferin, überstand eine eigene Krebserkrankung, überwand den Tod ihres Ehemanns vor Jahren (dem sie bis zum Schluss treu blieb). Sie war lebenslustig, ehrlich, direkt, liebevoll, .. eine der wunderbarsten und herzigsten Menschen die ich kennenlernen durfte. Eine der am wenigsten distanzierten. Wie mein Vater einer der Menschen, die sich von nichts und niemandem unterbekommen haben lassen.
Am Ende bekommt uns aber wohl alle ein ganz bestimmter “jemand” unter.

Danke, Ellen. Du warst ein wunderbarer Mensch!
Ich werde Dich vermissen.

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Webmontag Leipzig: LVB lädt nach Kritik am Website-Relaunch ein!

Mit stolz präsentierten die Leipziger Verkehrsbetriebe das neue Internet - eine neue Website unter lvb.de. Doch kaum war die neue Website online hagelte es Kritik. Über twitter, Blogs und auf den Online-Seiten der Leipziger Volkszeitung erhoben dutzende Menschen ihre Stimme gegen die neue Website - mich inklusive. Nun jedoch macht die LVB einen Schritt auf die Nutzer zu und lädt im Rahmen des Webmontags am 1.2.2010 zu einer Diskussion!

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Coworking in Leipzig. Demnächst.

Das Konzept Coworking hat mich bereits überzeugt, als ich das erste mal von ihm gehört habe. Eine Art “offene Bürogemeinschaft”, auch wenn wahrscheinlich niemand, der Coworking lebt, diesen Vergleich hören will. Anders, und etwas böser ausgedrückt, ist Coworking die Rückkehr der Digitale Bohème ins Büro. Wobei Coworking-Spaces natürlich nur bedingt etwas mit Büro zu tun haben. Es ist eher der Arbeitsplatz, den man sich frei und ohne Zwang in einem Umfeld wählt, in dem man mit anderen Kreativen zusammen sitz, arbeitet und redet. Die Vereinsamung, die Freelancer öfters durch das Heimbüro oder den hinter dem Laptop im Café verschanzten Arbeitstag haben, wird aufgehoben. Im Space treffen sich Menschen die arbeiten - aber darüber hinaus auch miteinander reden, sich von Fall zu Fall ergänzen und helfen. Coworking ist, um es final zu definieren, die Symbiose aus der Welt der Digitale Bohème und des Sozialisungsvorgangs der normalen Arbeitswelt mit all den Vorzügen beider Welten.

Nun ist Coworking nicht nur ein Konzept, sondern ein lebendiger, atmender Trend - in New York, San Francisco, Los Angeles ebenso wie in London, Amsterdam und Stockholm. Und in Berlin. Und nun, nach einigen Monaten redens, planens und ruderns auch bald in Leipzig.

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Fix. Und Fertig.

Manchmal frage ich mich ja schon, was unsere Nahrungsmittel-Industrie noch so hervorbringt. Und ich meine jetzt nicht gespießte Wiener, eingehüllt von Eierkuchen mit Schokoladen-Stückchen. Nein, ich meine den ganz normalen Wahnsinn, der sich in den Maggi- und Knorr-Abteilungen der Supermärkte verbirgt.

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20 Jahre.

20 Jahre. Eine ziemlich lange Zeit.
Als ich heute Morgen daran dachte, dass heute vor 20 Jahren die Mauer in Berlin fiel, realisierte ich: Mein ältester Sohn ist heute ebenso acht Jahre alt, wie ich damals. Die Mauer in Berlin fiel, als ich vor allem mit einem Gedanken beschäftigt war: Was ich wohl zum Geburtstag bekommen würde. Der nämlich stand drei Tage später an.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie dieser Tag war. Nicht mehr, wie meine Eltern reagierten. Unsere Verbindung zum “Westen” waren eh stetig .. eine Schwester meines Vaters lebte in Solingen, einem Ort in dem mein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg seine Lehre absolviert hatte. Sie und ihr Sohn kamen regelmäßig zu Besuch, schickten Pakete und waren auch in den Jahren nach 1989 stete Begleiter.
An was ich mich erinnern kann sind Fernsehschnippsel, Gefühle, Gespräche und die Tatsache, dass mein Vater in den Jahren danach stete Geschäftsbeziehungen in die Region Solingen hielt. Überhaupt meisterte meine Familie die Wende recht gut. Meine Eltern, bereits in der DDR ein Paar von nur sehr wenigen Selbständigen damals, verstand es schlau zu handeln .. Im Rückblick zolle ich ihnen dafür allerhöchsten Respekt. Während sich viele damals Hals über Kopf in den Konsum stürzten handelten sie besonnen und logisch.

20 Jahre sind seit dieser Nacht in Berlin vergangen. Eine ziemlich lange Zeit. Ich werde in wenigen Tagen 29, und wenn ich ehrlich bin: An was ich mich aus dieser Zeit erinnern kann ist die Innenstadt von Naila, die vielen PKWs die meine Eltern in den ersten Jahren hatten (2x Opel Ascona, 2x Peugeot 505, 1x Peugeot 205, ..), meine erste Pizza mit Sardellen (seit dem habe ich keine Sardelle mehr gegessen), David Hasselhoff an der Berliner Mauer, meine Tante die in ihren Heimatort zog und .. Westfernsehen. Ziemlich banal alles, Ich weiß. Aber für einen neunjährigen eigentlich all das coole Zeug eben. Heute verbinde ich mit dieser Nacht bei weitem mehr, das hatte ich gestern ja bereits einmal aufgeschrieben ...

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20 Jahre, und kein bisschen schlauer ..

Einer repräsentativen (man nehme 1008 Menschen unterschiedlicher Schichten und fertig) Umfrage zu Folge wünscht sich jeder 8te Deutsche die Ost-/West-Grenze zurück. Im “Osten” würde jeder Zweite über schlechtere Lebensumstände klagen als vor der Wiedervereinigung.

Abgesehen davon, dass mir nach 20 Jahren das Gesülze um Ost- und West so langsam mordsmäßig zum Hals raushängt denke ich, dass diese 13 Prozent (in den neuen Bundesländern, in den alten Bundesländern sind es 12%) blind durch die Welt gehen müssen und vollkommen undankbar sind.

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.. twitter-Seminare, und warum das irgendwie doch (keinen) Sinn macht

Braucht man Workshops und journalistische Qualität auf twitter?
Diese Fragen stelle ich mir angesichts eines twitter-Seminars in München und der - wohl falsch zitierten, aber über die dpa weit ins Land hinausgetragenen - Aussage von “twitter-Expertin” Nicole Simon, nur Journalisten könnten für Qualität auf twitter sorgen.

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BarCamp in Leipzig, oder: Von der Nicht-Vernetzung der Leipziger Szene

“Lokale und regionale Netzwerkarbeit sowie Innovationspotenziale sollten gefördert werden”, stellt die IHK Leipzig vor einem Jahr in einer Studie fest. Jetzt unternimmt Leipzig den ersten Schritt - mit dem FreelanceCamp, einem BarCamp der Städte-Initiative ”koopstadt”, welche die Städte Leipzig, Nürnberg und Bremen verbindet.
Problem nur: Das BarCamp in Leipzig ist am 17. Oktober - also in genau einer Woche. Und noch sind 130 von 150 Plätzen frei.

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Die Zurückhaltung beim Elektro-Auto.

Die IAA feiert das Elektro-Auto. Ab 2012 wird nahezu jeder Autobauer einen Voll-Hybrid oder ein reines Elektro-Auto im Angebot haben. Doch so sehr man die Elektrofizierung der persönlichen Mobilität feiert, so sehr wird sie nie stattfinden.

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50 things that are being killed by the internet

The internet has wrought huge changes on our lives – both positive and negative – in the fifteen years since its use became widespread.

50 things that are being killed by the internet, Telegraph.co.uk

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Lebenshilfe von Brad Pitt

Die neue WIRED wartet mit neuen Regeln für Menschen des 21sten Jahrhunderts auf und gibt Tipps zum Miteinander im neuen Web. Den bösen Part dabei darf Brad Pitt spielen, der die coole Sau und den Inglourious Bastard gibt und folgende Fragen beantwortet:
Am I a Jerk if I Dump Our Sucky Rock Band Bassist?
Should I Ask My World Of Warcraft Wife if She's Really a Dude?
Is It OK to Look at Porn at Work?
Can I Post My Wife's Butt on Twitter Without Asking?
If I Exaggerate My Salary on Online Dating Profile, Should I Fess Up?
Can I Answer My Cell at a Movie if It Seems Urgent?
Und meine Lieblingsempfehlung von Mr. Pitt, auf die Frage
Can I Talk on the Phone While Taking a Whiz?:
Nein, telefonieren auf der Toilette sei nicht ok, aber SMS-Schreiben. Man solle nur aufpassen, dass man nicht den falschen Knopf drücke und Teile seines Gemächts auf twitter poste. Diese Art von Anhängern (twitter-Follower) wird man nicht mögen ... Good to know! Danke! ;)

Disclaimer: Ich finde - fand ich schon vor dem WIRED-Artikel -, Mr. Brad Pitt ist eine coole Sau. So!

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Ich, die Formel 1 und meine Ohren

Es ist schon eine Weile her, das ich mein erstes Formel 1-Rennen geschaut habe. Es war 1993. Und welches Rennen es war, blieb mir nicht im Gedächtnis. Was mir im Gedächtnis blieb, sind viele Rennen und Momente in den 16 Jahren danach. In der Reihe dieser Rennen und Momente wird auch dieser Samstag bleiben.
Nicht, weil es an diesem Samstag etwas Spektakuläres auf der Strecke gab. Sondern, weil ich am 11. Juni 2009 zum ersten Mal live auf einer Tribune saß, während auf der Strecke unter mir 20 Formel 1-Autos vorbei-dröhnten.

Es ist ein unglaubliches Gefühl. Man sitzt mit tausenden anderen Bekloppten auf harten Plastikstühlen und guckt 20 Autos dabei zu, wie sie im Kreis fahren. Daheim vor dem Fernseher geht das bequemer, übersichtlicher und - vor allem leiser.
Die Lautstärke ist der Punkt, der mich weggepustet hat am Samstag. Nach 16 Jahren Formel 1 am Fernseher hätte ich nie gedacht, dass diese Autos einen derart riesigen Lärm machen.
Man hört die Motoren schon Kilometer entfernt dröhnen, und sitzt man erstmal auf der Tribüne bläst es einem schier die Gehirnmasse aus den Ohren. Es ist unbeschreiblich.

Und genau das wird mir in Erinnerung bleiben. Nicht die paar Kilometer Stau vor dem Nürburgring, nicht das Essen in der Vodafone-Lounge (auf deren Einladung hin ich am Nürburgring bin) und nicht die tausenden Fans. Nein, es ist der unbeschreibliche, geniale, verzückende Lärm.

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Der Kampf um die Quelle

Das Geschäft mit Nachrichten ist hart. Weil News heute kaum mehr Exklusiv sind, zählt Geschwindigkeit. Der Kampf um das Siegertreppchen ist hart - auch in der Games-Szene. Da kämpfen Portale, Blogs, Communitys und twitter um die erste Meldung zu einem neuen Spiel, einer Erkältung bei Metal Gear Solid-Erfinder Hideo Kojima oder dem letzten Rülpser von Gamesbranchen-Analyst Michael Pachter. Wer zuerst kommt, ist toll.
Das treibt auf der anderen Seite auch ein wenig zum Verschweigen der eigenen Quelle an um auf anderen Portalen selbst als Quellen genannt zu werden. Dabei sind Quellen etwas, dass man in der Game-Berichterstattung offenbar noch weniger gründlich und noch weniger wichtig nimmt, als in der neueren Blogwelt.
Quellen sind umkämpft, und selbst eine Quelle zu sein, scheint manchem Portal wichtiger, als seine Quelle selbst offen zu legen. So geht Game7 (nein, man hat nichts mit ProSieben zu tun) nun zu einer lustigen Sache über, um die Quelle seiner News zu verschleiern:

Da wir wiederholt feststellen mussten, dass es einige unserer Kollegen nicht für nötig finden korrekte Quellenlinks zu setzen, wenn sie Informationen aus Newsmeldungen von uns veröffentlichen, geben wir die Quelle von Meldungen, die jünger sind als 12 Stunden ab sofort nur noch auf Anforderung heraus.
12 Stunden hat man nun also Zeit Game7 selbst als Quelle zu nennen, um nicht die Orignal-Quelle nennen zu müssen. Das klingt reichlich absurd, bei Game7 scheint man es allerdings Ernst zu meinen.

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twitter ist kein Massenmedium

Für die Juli-Ausgabe des Leipziger Stadtmagazin KREUZER hat Maria Böhme einen Artikel über twitter geschrieben. Als Recherche zu dem Artikel fragte mich die freie Autorin, warum ich meiner Einschätzung nach glaube, mit meinem twitter-Account @gigold so erfolgreich zu sein, und ob ich twitter eine Zukunft als Massenmedium voraussagen würde.
Dies ist meine Antwort, die ich am 10. Juni per Mail geschickt habe - meine Einschätzung zu twitter *:

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