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Web|log [auch: Blog], das: Hier finden sich aktuelle Netzfundstücke, Alltägliches und Gedanken zur Welt - seit Januar 2001.
09.11.2009
20 Jahre. Eine ziemlich lange Zeit.
Als ich heute Morgen daran dachte, dass heute vor 20 Jahren die Mauer in Berlin fiel, realisierte ich: Mein ältester Sohn ist heute ebenso acht Jahre alt, wie ich damals. Die Mauer in Berlin fiel, als ich vor allem mit einem Gedanken beschäftigt war: Was ich wohl zum Geburtstag bekommen würde. Der nämlich stand drei Tage später an.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie dieser Tag war. Nicht mehr, wie meine Eltern reagierten. Unsere Verbindung zum “Westen” waren eh stetig .. eine Schwester meines Vaters lebte in Solingen, einem Ort in dem mein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg seine Lehre absolviert hatte. Sie und ihr Sohn kamen regelmäßig zu Besuch, schickten Pakete und waren auch in den Jahren nach 1989 stete Begleiter.
An was ich mich erinnern kann sind Fernsehschnippsel, Gefühle, Gespräche und die Tatsache, dass mein Vater in den Jahren danach stete Geschäftsbeziehungen in die Region Solingen hielt. Überhaupt meisterte meine Familie die Wende recht gut. Meine Eltern, bereits in der DDR ein Paar von nur sehr wenigen Selbständigen damals, verstand es schlau zu handeln .. Im Rückblick zolle ich ihnen dafür allerhöchsten Respekt. Während sich viele damals Hals über Kopf in den Konsum stürzten handelten sie besonnen und logisch.
20 Jahre sind seit dieser Nacht in Berlin vergangen. Eine ziemlich lange Zeit. Ich werde in wenigen Tagen 29, und wenn ich ehrlich bin: An was ich mich aus dieser Zeit erinnern kann ist die Innenstadt von Naila, die vielen PKWs die meine Eltern in den ersten Jahren hatten (2x Opel Ascona, 2x Peugeot 505, 1x Peugeot 205, ..), meine erste Pizza mit Sardellen (seit dem habe ich keine Sardelle mehr gegessen), David Hasselhoff an der Berliner Mauer, meine Tante die in ihren Heimatort zog und .. Westfernsehen. Ziemlich banal alles, Ich weiß. Aber für einen neunjährigen eigentlich all das coole Zeug eben. Heute verbinde ich mit dieser Nacht bei weitem mehr, das hatte ich gestern ja bereits einmal aufgeschrieben ...
08.11.2009
Einer repräsentativen (man nehme 1008 Menschen unterschiedlicher Schichten und fertig) Umfrage zu Folge wünscht sich jeder 8te Deutsche die Ost-/West-Grenze zurück. Im “Osten” würde jeder Zweite über schlechtere Lebensumstände klagen als vor der Wiedervereinigung.
Abgesehen davon, dass mir nach 20 Jahren das Gesülze um Ost- und West so langsam mordsmäßig zum Hals raushängt denke ich, dass diese 13 Prozent (in den neuen Bundesländern, in den alten Bundesländern sind es 12%) blind durch die Welt gehen müssen und vollkommen undankbar sind.
01.11.2009
Braucht man Workshops und journalistische Qualität auf twitter?
Diese Fragen stelle ich mir angesichts eines twitter-Seminars in München und der - wohl falsch zitierten, aber über die dpa weit ins Land hinausgetragenen - Aussage von “twitter-Expertin” Nicole Simon, nur Journalisten könnten für Qualität auf twitter sorgen.
11.10.2009
“Lokale und regionale Netzwerkarbeit sowie Innovationspotenziale sollten gefördert werden”, stellt die IHK Leipzig vor einem Jahr in einer Studie fest. Jetzt unternimmt Leipzig den ersten Schritt - mit dem FreelanceCamp, einem BarCamp der Städte-Initiative ”koopstadt”, welche die Städte Leipzig, Nürnberg und Bremen verbindet.
Problem nur: Das BarCamp in Leipzig ist am 17. Oktober - also in genau einer Woche. Und noch sind 130 von 150 Plätzen frei.
22.09.2009
Die IAA feiert das Elektro-Auto. Ab 2012 wird nahezu jeder Autobauer einen Voll-Hybrid oder ein reines Elektro-Auto im Angebot haben. Doch so sehr man die Elektrofizierung der persönlichen Mobilität feiert, so sehr wird sie nie stattfinden.
06.09.2009
The internet has wrought huge changes on our lives – both positive and negative – in the fifteen years since its use became widespread.
19.07.2009
12.07.2009
Es ist schon eine Weile her, das ich mein erstes Formel 1-Rennen geschaut habe. Es war 1993. Und welches Rennen es war, blieb mir nicht im Gedächtnis. Was mir im Gedächtnis blieb, sind viele Rennen und Momente in den 16 Jahren danach. In der Reihe dieser Rennen und Momente wird auch dieser Samstag bleiben.
Nicht, weil es an diesem Samstag etwas Spektakuläres auf der Strecke gab. Sondern, weil ich am 11. Juni 2009 zum ersten Mal live auf einer Tribune saß, während auf der Strecke unter mir 20 Formel 1-Autos vorbei-dröhnten.
Es ist ein unglaubliches Gefühl. Man sitzt mit tausenden anderen Bekloppten auf harten Plastikstühlen und guckt 20 Autos dabei zu, wie sie im Kreis fahren. Daheim vor dem Fernseher geht das bequemer, übersichtlicher und - vor allem leiser.
Die Lautstärke ist der Punkt, der mich weggepustet hat am Samstag. Nach 16 Jahren Formel 1 am Fernseher hätte ich nie gedacht, dass diese Autos einen derart riesigen Lärm machen.
Man hört die Motoren schon Kilometer entfernt dröhnen, und sitzt man erstmal auf der Tribüne bläst es einem schier die Gehirnmasse aus den Ohren. Es ist unbeschreiblich.
Und genau das wird mir in Erinnerung bleiben. Nicht die paar Kilometer Stau vor dem Nürburgring, nicht das Essen in der Vodafone-Lounge (auf deren Einladung hin ich am Nürburgring bin) und nicht die tausenden Fans. Nein, es ist der unbeschreibliche, geniale, verzückende Lärm.
09.07.2009
Das Geschäft mit Nachrichten ist hart. Weil News heute kaum mehr Exklusiv sind, zählt Geschwindigkeit. Der Kampf um das Siegertreppchen ist hart - auch in der Games-Szene. Da kämpfen Portale, Blogs, Communitys und twitter um die erste Meldung zu einem neuen Spiel, einer Erkältung bei Metal Gear Solid-Erfinder Hideo Kojima oder dem letzten Rülpser von Gamesbranchen-Analyst Michael Pachter. Wer zuerst kommt, ist toll.
Das treibt auf der anderen Seite auch ein wenig zum Verschweigen der eigenen Quelle an um auf anderen Portalen selbst als Quellen genannt zu werden. Dabei sind Quellen etwas, dass man in der Game-Berichterstattung offenbar noch weniger gründlich und noch weniger wichtig nimmt, als in der neueren Blogwelt.
Quellen sind umkämpft, und selbst eine Quelle zu sein, scheint manchem Portal wichtiger, als seine Quelle selbst offen zu legen. So geht Game7 (nein, man hat nichts mit ProSieben zu tun) nun zu einer lustigen Sache über, um die Quelle seiner News zu verschleiern:
Da wir wiederholt feststellen mussten, dass es einige unserer Kollegen nicht für nötig finden korrekte Quellenlinks zu setzen, wenn sie Informationen aus Newsmeldungen von uns veröffentlichen, geben wir die Quelle von Meldungen, die jünger sind als 12 Stunden ab sofort nur noch auf Anforderung heraus.12 Stunden hat man nun also Zeit Game7 selbst als Quelle zu nennen, um nicht die Orignal-Quelle nennen zu müssen. Das klingt reichlich absurd, bei Game7 scheint man es allerdings Ernst zu meinen.
06.07.2009
Für die Juli-Ausgabe des Leipziger Stadtmagazin KREUZER hat Maria Böhme einen Artikel über twitter geschrieben. Als Recherche zu dem Artikel fragte mich die freie Autorin, warum ich meiner Einschätzung nach glaube, mit meinem twitter-Account @gigold so erfolgreich zu sein, und ob ich twitter eine Zukunft als Massenmedium voraussagen würde.
Dies ist meine Antwort, die ich am 10. Juni per Mail geschickt habe - meine Einschätzung zu twitter *:
27.06.2009
27.06.2009
26.06.2009
23.06.2009
Gestern Abend habe ich den Sommer eröffnet, mich vom TV-Programm abgewandt und der sommerlichen Tradition namens “DVD-Abend” gefrönt. Eröffnet wurde der DVD-Sommer durch “Burn after Reading” von den Coen-Brüder.
Ich bin ja ein Fan der Coen-Brüder. Ihre schrägen Geschichten sind so wunderbar erzählt (ich liebe The Big Lebowski und O Brother, Where Art Thou?) und klasse inszeniert. Und eigentlich fragt man sich bei diesen Filmen die ganze Zeit: Was haben die eigentlich gegen Studiobosse in der Hand? Oder warum legen die freiwillig Geld dafür auf den Tisch?
Bei Burn After Reading hat es offenbar mal wieder jemand gemacht. Der Film läuft, läuft und läuft. Er erzählt eine Geschichte, Du denkst Dir: “Wann geht es los” und bist doch nicht gelangweilt. Die Figuren sind faszinierend, die Geschichte steigert sich und am Ende kommt man sich vor als habe man 1 1/2 Stunden lang jemandem zugehört, wie er einen Witz erzählt. Und dann plötzlich die Pointe vergessen hat.
Denn nach all den Verstrickungen, den Überraschungen und dem Wahnwitz spielt sich zwischen den beiden “Beobachtern” J. K. Simmons und David Rasche folgender Dialog ab:
“Das is’ ja ‘n riesen Klumpen Scheisse! Also das war’s dann? Keiner weiß eigentlich irgendwas genaues. [...] Leck mich am Arsch. Und was lernen wir daraus, Palmer?”
“Ich weiß es nicht, Sir.”
“Mmh, Scheiße. Ich weiß es auch nicht! Schätze, wir sollten das nicht wiederholen!”
“Ja, Sir.”
“Wenn ich nur wüßte, was eigentlich.”
“Ja, Sir. Es ist schwer zu sagen.”
“Gott. Was für ein riesen Scheißdreck!”
Ja. Genau so kommt man sich am Ende des Films vor. Aber den Coen-Brüdern gelingt es, dass man sich nicht veralbert vor kommt. Du hörst ihnen 90 Minuten lang zu, erlebst so einiges und fragst dich die ganze Zeit: Und?
Und am Ende erzählt dir einer der Protagonisten: War nur Spaß. Keine Ahnung was das sollte. Und Du sitzt da, staunst und lachst Dich schlapp.
Großartig.
15.06.2009
* Aktuelle Arbeit: Social Media Projekt & Blog-Projekt | 40% verfügbar